Georgskapelle (um 1289)

Art: Baudenkmal
Offiziell registriertes Denkmal beim Land.SH: ja (3966)
Erbaut: um 1289, heutiger Bau 1508
Bauherr: Lübecker Domkapitel / vermutlich unter Bischof Johannes II. von Diest
Standort: Eutiner Straße 18 23611 Bad Schwartau
Beschreibung: Einschiffiger, schlichter Backsteinbau im hochgotischen Stil ohne Turm. Rechteckiger Baukörper mit ziegelgedecktem Satteldach. An den Längsseiten befinden sich jeweils drei breite Spitzbogenfenster. In der Giebelwand sind stark verwitterte Sandsteinwappen eingelassen, von denen heute vor allem noch das Bischofswappen teilweise erkennbar ist. Die Kapelle war ursprünglich Teil eines mittelalterlichen Siechenhauses (Leprosorium) für Leprakranke. Im Laufe ihrer Geschichte diente sie neben kirchlichen Zwecken auch als Armenhaus, Obdachlosenunterkunft, Pferdestall und Suppenküche. Nach mehreren Restaurierungen wird sie heute wieder als Gotteshaus sowie für kleinere Konzerte und Veranstaltungen genutzt. Seit 2008 ergänzt ein freistehender hölzerner Campanile das Ensemble.
Besonderheit: Die Georgskapelle ist das zweitälteste Gebäude in Bad Schwartau und der letzte erhaltene bauliche Rest des historischen Schwartauer Siechenhauses. Sie entging im Verlauf ihrer Geschichte mehrfach dem Abriss und besitzt damit einen hohen ortsgeschichtlichen Wert.